Architektur
Umgang mit der Bausubstanz
Vor dem Hintergrund der starken wirtschaftlichen Veränderung dieses Stadtteils wurde von Eichhof der Entschluss gefasst, dem Standort in Zürich West entsprechend Rechnung zu tragen und den Bau zu entwickeln. Der Umgang mit der wertvollen Bausubstanz (das Gewerbehaus an der Hardturmstrasse 253 wurde 1961-1963 erstellt und wurde von der Stadt mit dem Preis für „Gute Bauten“ ausgezeichnet) zeigte sich dann allerdings als nicht ganz einfach. Es galt den Wiedererkennungsfaktor so hoch wie möglich zu halten und gleichzeitig den Anforderungen bezüglich Wirtschaftlichkeit und Flexibilität der neuen Nutzung gerecht zu werden. Das von Emch + Berger AG in Zusammenarbeit mit dem Architekten A.Maciéczyk und dem Stadtzürcher Amt für Städtebau erarbeitete Projekt wird diesem Anspruch dann auch weitestgehend gerecht.
Das Gebäude ist geprägt von einer sichtbaren Betonstruktur und Elementausfachungen, die der Stellung des Hauses entsprechend, an der Hardturmstrasse zu einer Frontfassade ausgebildet wurden. Die Struktur wurde in der Tiefe konsequent auf einem Rastermass von 5.20m aufgebaut, in der Breite aber ganz pragmatisch auf die damaligen Funktionen im Erdgeschoss abgestimmt. Dieses ist geprägt vom ehemals offenen Durchgang für die Eisenbahn und dem höher gelegenen Lager. Diese strukturellen und räumlichen Merkmale waren für den Entwurf bestimmend und daraus wurde das Haus konsequent weiterentwickelt. Die zusätzlichen Geschosse werden nicht als Neubauten auf das bestehende Gebäude aufgesetzt, sondern aus der vorhandenen Struktur abgeleitet und zu einem neuen Ganzen durchformuliert, bei dem erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist, dass es in 2 Etappen erstellt wurde. Das sichtbare Betonskelett kommt in der neuen Fassade, wenn auch in verkleideter, wärmegedämmter Form wieder zum Tragen und wird von den eingesetzten Fassadenelementen aus Glas und Aluminium unterstützt.

Das Highlight: Gestaltung der Fassade
Als besondere Herausforderung gilt die Konstruktion der Fassade. Neben den ästhetischen standen auch ganz praktische Anforderungen im Pflichtenheft. Es wurde Wert auf eine Low – Tech – Lösung im Bereich der Gebäudeklimatisierung gelegt. Es musste möglich sein, trotz des hohen Glasanteils die Räumlichkeiten natürlich zu belüften. Bei der gewählten Ausführung handelt es sich um Fensterelemente die neben einer konventionellen Isolierverglasung auf der Innenseite ein aussen auf den Fensterflügel aufgesetztes zusätzliches Glas verwendet. Dies dient dem Schutz vor Umwelteinflüssen des dahinter liegenden Sonnen- und Wetterschutzes und schliesst gleichzeitig bündig mit dem Betonskelett ab, was die klaren kubischen Formen unterstützt. Die als horizontale Schwingflügel konstruierten Elemente lassen sich alle öffnen und ermöglichen so dem Nutzer auf eine aufwendige Lüftungs- und Klimatisierung zu verzichten. Die bei geöffnetem Flügel erreichte räumliche Qualität ist dabei ebenfalls einzigartig. Die neu vorgeschlagene Fensterteilung ermöglicht eine optimale Aufteilung in Einzelbüros (Raster 2.60m).

Das Innenleben: Ausbaustandard und Technische Anlagen
Bei der Gestaltung und der Auswahl der Materialien wurde ebenfalls auf den geschichtlichen Hintergrund des Baus Bezug genommen. Für den Betrachter soll zum Ausdruck kommen, dass es sich um ein für Industrie und Gewerbe errichtetes Bauwerk handelt. Um den heutigen Anforderungen an ein Dienstleistungsgebäude gerecht zu werden wurden die üblichen Installationen bereits im Grundausbau integriert. Der neue Mieter findet nebst Doppelboden in den Bürogeschossen auch die Möglichkeit an auf dem Dach stationierten Lüftungs- und Klimaanlage anzuschliessen.

Das Resultat: Neue Nutzung
Der Bau zeigt sich heute in einem neuen Nutzungsmix. Die ursprünglichen Logistik- und Lagerflächen im Erdgeschoss sind attraktiven Verkaufs- und Ausstellungsräumen gewichen die durch ihre Raumhöhe viele Optionen zulassen. In den ersten drei Obergeschossen sind Dienstleistungsflächen geplant, die sich Dank der ideal angeordneter Erschliessung in Teilflächen von 150 bis 900 m2 aufteilen lassen In den drei obersten Geschossen werden neun grosszügige Lofts in der Vermietung angeboten. Im Untergeschoss befindet sich eine Einstellhalle mit Autoabstellplätzen und den Technik- und Kellerräumen.
Architekt:
Alex Macieczyk macieczyk borer burch architekten
Adresse: Hardturmstrasse 169, CH - 8005 Zürich
Telefon: 01 - 440 52 20
Fax: 01 - 440 52 21
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